Zeitinsel  „Europa um 1000“:
Kaiserpfalz Werla als Schauplatz europäischer Geschichte



“Die Erbauer der Pfalz – Leben bodenah”
(919-1017)


Anfang des 10. Jhdts. wurde die Werla als Herrenhof der Luidolfinger zur Pfalz erhoben. In den Vorburgen der Pfalz wurde im großen Rahmen für Heinrich I. und seine Nachkommen gewirtschaftet und Fertigwaren produziert.
Wenn man die mächtigen Befestigung der Werla beschrieben bekommt, die mit Heizung ausgestatten Pallas vor Augen hat, so erschließt sich einem noch nicht, wie denn wohl Mehrzahl der  Menschen der Zeit gelebt haben. In diesem Bereich erhält man Einblicke:
 Ottonischer Miles um 950
Hier werden ständig Tätigkeiten des häuslichen und handwerklichen Bereichs vorgeführt werden: z.B. Spinnen mit der Handspindel, Brettchenweben, Färben, Nähen.
Auch die harte Arbeit der Werlaer Abhängigen bei der Verhüttung von Eisen in den damals üblichen Rennöfen wird gezeigt.
Es werden Nachbildungen von Tracht, Bewaffnung und Sachkultur im Lager zu sehen und ausgestellt sein, die Akteure stehen den Besucher jederzeit als kompetente Ansprechpartner für Fragen zur Verfügung.

Akteure: Timetrotter (slawische und ottonsiche Adelsreiterei), Jörg Nadler (Fischerei), Apographa, Res Gestae Saxoniae, Reperabilis Gens, Götz Breitenbücher (Schmiede, Rennofen), Skyldfolk (Schmiede, Rennofen, Brettchenweberei), Birk Losert (mittelalterliche Glaskunst), Andreas Thiedmann (Bogenbau),  Camarae Armae Normanorum (Textiles Färben, Stoffe und Trachten), Fana Eofor, Werkstaetten fuer lebendige Geschichte (Schmiede, Rennofen, Brettchenweberei), Millenium Projekt (sächsische Bewaffnete), Herrnburger, Günter Hitzelsberger


“Ungarnsturm – Im Sattel mit Pfeil und Bogen”
(919-955)


Die frühste Erwähnung der Kaiserpfalz Werla hat unmittelbar etwas mit diesem Ungarnsturm zu tun:
Über fast zwei Jahrhunderte fielen Heerzüge der Ungarn über Westeuropa her. Ihre Plünderungszüge reichten auch in die Norddeutsche Tiefeebene hinein und trafen auch die Königslandschaft am Harznordrand.
Erst im Jahre 955 wurde auf dem Lechfeld ein Heer der Ungarn so schwer geschlagen, dass die ungarischen Edlen umdachten und diese Beutezüge unterblieben.
Mehr über die Ungarn und ihre Reiterkrieger zeigt dieses Projekt Deutsch-Ungarische Projekt.

Akteure: Kassia Reiterbogenschule Pettra Engelländer unter Support der Ungarische- tschechischen Freunde und das Millenium-Projekt: Ungarn zur Landnahmezeit (Andrew von Ross und Freunde)


“Sachsenaufstand – Der Eiserne Griff der Salierkönige”
(1067-1084)


Nach dem Ableben des letzten Ottonen Heinrich II. (1024) stellte das fränkische Haus der Salier die Könige. Die Nordharz Region ist in demSalische Milites um 1070 Ottonischen Jahrhundert zu einem wichtigen und glanzvolle Zentrum im deutschen Reich aufgestiegen.
So versuchten die salischen Könige mit Macht ihre Interessen am Harznordrand wahrzunehmen.
Der Bau von Königsburgen (wie z.B. die Harzburg) und die Entsendung von milites (unfreie Dienstmannen) erschien ihnen dazu ein probates Mittel. Die ungeschickte und selbstherrliche Politik des jungen Königs Heinrich IV. (1056 -  und das Selbstverständnis der sächsischen und thüringischen Adligen und Freien trafen aufeinander und es kam zu einem blutigen Aufstand.
Die Streiter des Projektes: “Franko-Flämisches Kontingent – Hastings 2006” zeigen in diesem Lager, wie dieses milites aussahen, die als Vorgänger jener Ritter gelten, den sie auf der nächsten Zeitinsel “Welfen und Staufer” begegnen können.

Akteure: Millenium-Projekt: Franko - Flämisches Kontingent - Hastings 2006 (salische milites, Rete Amicorum (Leben in einer Niederungsburg des 11. Jhdts.)


“Königliches Silber –  Wiek, ein Handelsplatz um 1000”
(920- 1050)


Die Werla könnte möglicherweise der Ort sein an dem eine der Orte sein an dem der Otto- und Adelheidspfennig geschlagen worden ist.
Die Silbermünzen der deutschen Könige war ein in ganz Europa beliebtes Zahlungsmittel. Selbst im fernen Birka (Schweden) und im nordenglischen York konnte man mit königlichem Silber zahlen, wie zahlreiche Funde dieser Münze in ganz Europa erzählen.
Solche Handelsplätze wurden auch Wiek genannt. Für diese Wochenende holen Wir ein Wiek an die Werla und sie können als Besucher die Atmosphäre eines Handelsplatzes im Europa um 1000 schnuppern.

Handwerker wie Holz- und Beinschnitzer, Schuhmacher und Silberschmiede zeigen ihre Kunstfertigkeit mit historischen Werkzeugen und Arbeitstechniken.
Fernhändler bieten Felle, Bernstein, Schmuck und wiegen den Kaufpreis in Hacksilber ab. Aber keine Angst: Vieles ist auch für moderne Euros zu erweben, wie z.B. originalgetreue Repliken eines Otto- und Adelheidpfennigs oder frühhochmittelalterlichen Schmuck oder Keramik.
Aber sehen sie sich vor: Es war auch üblich Menschen wie Waren zum Kauf anzubieten. Sklavenhandel war durchaus Usus!
Hier können sie auch erfahren was in anderen Teilen Europas um 1000 als Mode galt.

Akteure: Centrum Slowian i Wikingowa “Wolin – Jomsburg – Vineta”, Marc Kraan (Wendeschuhe/Trachten), Huginn (Repiken Holzspielzeug), Svart (slawische Krieger), Thorsten Schulz (Speckstein), Torben Behrens (Glasperlen), Reenactors (Repliken/Realien), Anderas Voigt (Knochen und Geweih), Klett/Brosch (Keramikbrand/Ofen), Piscis Gallicus