| Die
Werla verschwand nicht nur aus den Annalen und Chroniken. Bis zum
Beginn der Neuzeit war aus dem einstigen wirtschaftlichen Mittelpunkt
der Region keine Spur mehr zu sehen. Ein Dorf Werla das den Niedergang der Werla als letztes überdauert hat wurde am Beginn des 16. Jhdts. verlassen und die Lage der Werla wurde vergessen. Erst 1875 entdeckte man die ehemalige Kaiserpfalz Werla wieder. Archäologische Grabungen in den Dreißiger und den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts gaben Einblicke überraschendende Einblicke in die Dimensionen der Anlage, obwohl nur ein Bruchteil der Anlage in diesen Grabungen bearbeitet werden konnte. Ein auf einem Sporn über dem breiten Okertal gelegenen Burganlage war wohl schon im 10.Jhdt mit einer Steinmauer umgeben. In der Kernburg belegten die Grabungen eine Kappelle, ein mit einer Heißluftheizung ausgestatten Pallas und ein weiterer mit einem rosa Estrich ausgestatteter Wohnbau und zahlreiche Nebenbauten. Die vorgelagerten beiden Vorburg umschlossen insgesamt ein Areal von fast 21 ha. Damit war sie die zweitgrößte Burganlage des 10 Jhdts (nach Nowgorod). Sondierungsgrabungen belegen, dass beide Vorburgen offensichtlich dicht besiedelt waren. Alle Spuren sagen, dass diese Anlage nicht nur Pfalz und Befestigungsanlage war, sondern ein wirtschaftliches Zentrum (Villikation) in dem Hunderte von Menschen für das Königshaus arbeiteten. Sichere Belege sind die Schlacken aus der Verhüttung der Buntmetallerze aus dem Rammelsbergvorkommen. Sie mussten in Dutzenden Wagenladungen von der Grabungsfläche abtransportiert werden. Es wird auch angenommen, dass hier der Otto und Adelheids- Pfennig geprägt worden ist. Seit den Sechziger Jahren ruhen die Grabungen. Weite Teile der Vorburgen sind noch immer wissenschaftliches Terra Incognita und werden landwirtschaftlich genutzt. Bleibt das so, ist nur eine Frage der Zeit, wann die letzten Spuren des „Lebens vor 1000 Jahren“ auf der Werla ausgelöscht sein werden. |